Eine Pauli mit…. Herrn Hüller

Da Herr Hüller uns ja des öfteren von seinen Jagdgeschichten im Unterricht erzählt, dachte ich mir, ich frage ihn mal über das etwas außergewöhnliche Hobby aus.
Auf das Jagen ist er durch „gute Freunde und Bekannte“, dem Kontakt mit Jägern und der Ausbildung seines Hundes zum Jagdhund gekommen. Was er am Jagen so besonders findet, ist die Spannung. Keine Jagd ist wie die andere und außerdem bekommt man eine „große Frustrationstoleranz“, da man manchmal für eine erfolgreiche Jagd zehn bis zwanzig Mal in den Wald rausfahren muss. Dabei ist der Jäger nicht gleichzusetzen mit einem grausamen, emotionslosen Kerl, der einfach nur die größte Trophäe mit nach Hause nehmen will. „Der Prozess der Lebensmittelgewinnung“, welcher schon seit der Steinzeit ein natürlicher, selbstverständlicher Teil des Lebens ist, steht bei Herrn Hüller im Vordergrund.

Außerdem ist es ihm wichtig zu wissen, wo sein Produkt, was letztendlich auf seinem Teller landet, herkommt. Denn auf die Frage, ob er noch Fleisch vom Metzger kauft, kommt die Antwort „nur noch Hühnchen für Thai“. „Zu wissen, dass das Tier ein gutes Leben in freier Wildbahn im Wald gehabt hat, ist ein tolles Gefühl. Sicher, einem Vegetarier kann ich nix vormachen, aber wer Fleisch isst, gibt die Verantwortung, das Tier zu töten an einen anderen ab. Als Jäger übernimmst du das halt selber“, so Herr Hüller.
Die Verantwortung ist ein großer Antrieb für sein Hobby. Wenn er jagen geht, schaut ein Jäger immer auf das Tierwohl. Wenn ein Tier stirbt, dann „sofort – es wäre das Schlimmste, wenn es leiden müsste“. Auch hat ein Jäger feste Schonzeiten zu beachten, in denen er ein bestimmtes Tier, oder auch generell nicht jagen darf. „Ich kann nicht auf Reh rausgehen, wenn Schonzeit ist“. Dass ein Jäger nicht nur die Aufgabe des Jagens übernimmt, ist vielen Leuten gar nicht bewusst: So schaut er, dass es den Tieren in seinem Revier gut geht und legt zum Beispiel Futter aus, wenn es lange kalt war.
Dass die Jagd für beide Seiten, also für Jäger und Tier gefährlich ist, ist klar, aber ob er auch schon mal in Gefahr war? Dazu sagt er nur „ Noch nicht. Zumindest nicht, dass ich es gewusst habe“.
Jagen ist ein kontroverses Thema in der Gesellschaft, nicht nur zwischen Vegetariern und Jägern. Allgemein ist der Beruf oder das Hobby des Jagens mit einem unangenehmen Beigeschmack behaftet. Zwar wurde Herr Hüller noch nicht angefeindet, aber „zum Teil kriegst du schon so ein Stirnrunzeln, wenn du vom Jagen erzählst“, gibt er zu.
In meinen Augen ist Jagen eine Sache, die die Menschheit schon seit Tausenden von Jahren macht, und dadurch am Leben geblieben ist und sich weiter entwickeln konnte. Jetzt wieder darauf zurückzukommen, bewusst Fleisch zu genießen und dessen Herkunft zu kennen, zu wissen wie das Tier gelebt hat, anstatt billiges Fleisch aus Massentierhaltung zu essen, finde ich gut.


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