Eine Pauli mit… Frau Bauermann

Eine Pauli mit… Frau Bauermann

Immer auf Zack, stets ein Lächeln auf den Lippen und ein riesen Schuhjunkee: unsere Frau Bauermann, wie wir sie kennen und lieben.
Ich war neugierig und habe mich gefragt, wie unsere Lehrer wohl ihre Schulzeit verbracht haben. Und so – es tut mir leid, liebe Frau Bauermann – hat es Sie getroffen!
Ja, tatsächlich, Lehrer waren auch mal Schüler. Man mag es kaum glauben, aber lasst euch sagen: Es ist wahr.
Man stellt sich seine Lehrer als Schüler immer genau so vor, wie man sie auch als Lehrer im Unterricht erlebt. Wahrscheinlich als Streber oder Klassenbester oder den Nerd mit der Brille. Aber liebe Lehrer, nehmen Sie das nicht persönlich, das liegt an Ihrem Beruf.
Aber Frau Bauermann hat mir in unserem Gespräch das Gegenteil bewiesen.
Julia Bauermann war Schülerin am Gymnasium Sankt Ottilien. Ihr Abitur hat sie 1997 mit 2,4 erfolgreich bestanden. Als ich sie fragte, wie ihr ihre Schulzeit in Erinnerung geblieben ist, war die Antwort unerwartet positiv. „Sehr gut“ war das erste, was Frau Bauermann sagte. Sie beschreibt ihre Schulzeit mit zwei Worten „entspannt“ und „lustig“. Denn zu ihrer Schulzeit, sagt sie, zählt nicht nur die Unterrichtszeit, sondern auch das Drumherum. Und das hat Frau Bauermann in Sankt Ottilien immer sehr genossen.
So ist auch das, was ihr als erstes in den Sinn kommt, wenn sie an ihre Schule denkt, „viel, viel, viel Spaß und wenig Ernst“.
Aber auch die Unterrichtszeit ist ihr gut in Erinnerung geblieben, vor allem den Latein- und Kunstunterricht mochte unsere Frau Bauermann sehr. Vor allem ihrer Lehrerin in Latein ist Frau Bauermann bis heute sehr dankbar, denn ohne sie, sagt sie, hätte sie das Abitur damals vor allem mental nicht geschafft. Sie glaubt, sie hätte die Prüfungen nicht überlebt.
Mathe und Physik dagegen lagen ihr gar nicht – aber kann man´s ihr übel nehmen, wer mag schon Mathe?
Abgesehen davon war Frau Bauermann schon damals, ist sie noch heute und wird sie hoffentlich immer bleiben, eine kleine Ratschtante, die zu ihrer Schulzeit anscheinend diejenige war, die immer zu spät kam. Und manchmal an ein paar schönen Frühlingstagen kam sie so spät, dass der Unterricht schon wieder vorbei war… mit anderen Worten – sie hat die Schule gar nicht besucht. Sie hat mir eine Geschichte erzählt, in der sie und eine Schulfreundin den Sportunterricht geschwänzt haben. Da sie beide keine Lust auf Joggen hatten (was ich sehr gut nachempfinden kann btw) haben sie sich am Klosterfriedhof auf die Klostermauer gelegt und ein bisschen die Sonne genossen. Leider hatten sie übersehen, dass ihre Sportgruppe ja JOGGEN geht….. und so ist die gesamte Sportgruppe an ihnen vorbeigejoggt…..
Im Bezug auf Lehrer hat Frau Bauermann wahrscheinlich die gleichen Erfahrungen gemacht, wie wir alle auch. Ob die Mathelehrerin, die ihr mal ein T-Shirt bemalen sollte, (um es mit Frau Bauermanns Worten zu sagen: „Das war jetzt nicht so schön“), oder der schräge Französischlehrer, der komischerweise dachte, dass Frau Bauermann auf ihn steht. Aber zwei Lehrer sind Frau Bauermann besonders im Gedächtnis hängen geblieben: Einmal die tolle Lateinlehrerin, die zwar einen hohen Anspruch hatte, aber ihren Schülern immer Kuchen mitgebracht hat. Aber auch ihr Religionslehrer hat Frau Bauermann in ihrem Denken und Handeln inspiriert. „Er hat sehr viel dazu beigetragen, wie ich auch heute noch manche Dinge sehe.“
Besonders zwei Sachen, die ihr Reli-Lehrer zu sagen pflegte, hat Frau Bauermann sich sehr zu Herzen genommen. Zum Einen hat er immer gesagt: „Bei allem was man tut, muss man sich zwei wichtige Dinge merken: „Wer, wenn nicht ich?“ und „Wann, wenn nicht jetzt?“
Frau Bauermann gaben diese beiden Sätze die Sicherheit. Sicherheit in dem Sinne, dass man seinen richtigen Weg geht, weil man ihn aus tiefstem Herzen geht.
Und zum Anderen meinte er immer zu seinen Schülern, dass es überhaupt nicht wichtig sei, die Massen zu erreichen, wenn man bei einem Schüler oder einem Menschen etwas erreicht, das er dann weiterträgt. Dann habe man schon ganz viel gewonnen.
Und ich würde sagen, das hat er auch geschafft!

Aber selber Lehrerin werden wollte Frau Bauermann, als sie selbst Schülein war, überhaupt nicht!
Zwar haben ihr alle Lehrer dazu geraten, sie solle doch was Pädagogisches machen, aber Frau Bauermann erklärte es mir so: „Mit 17/18 möchte man ganz viel machen, nur definitiv nicht das, was einem die Lehrer sagen.“ (ich denke, wir kennen es)
Und so hat sie erstmal eine Banklehre gemacht. Aber zu unserem Glück hat sie sich später doch noch dazu entschieden, Lehrerin zu werden. Zwar hat sie damit wegen einer Wette eine Pizza an ihren Kunstlehrer verloren, aber ich denke, wir alle, Frau Bauermann eingeschlossen, sind froh, dass sie keine Bänkerin geworden ist!
Vielen Dank, Frau Bauermann, für Ihre Zeit!
Fragt doch mal eure Lehrer über ihre Schulzeit, ihr werdet sehen, es war früher nicht sehr viel anders als heute!

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