Eine Pauli mit… Frau Triebel

Eine Pauli mit… Frau Triebel

Wie viele bestimmt wissen, kandidiert eine unserer Sportlehrerinnen dieses Jahr für einen Sitz im bayerischen Landtag, nämlich Frau Triebel.

Da ich mir dachte „Nanu, so was machen Lehrer ja nun auch nicht jeden Tag“, habe ich sie getroffen, um ein bisschen darüber zu reden, was sie dazu bewegt, aktiv Politik zu machen und wie es dazu gekommen ist.

„Eingemischt“ hat sie sich schon in ihrer Schulzeit. Sie sei „ein Mensch, der sich irgendwie engagieren muss“. Das ist ja schon mal eine gute Voraussetzung, um Politikerin zu werden. Sie hat also schon in ihrer Jugend am DZG als Schulsprecherin sich für die Schüler und deren Interessen eingesetzt. So stellte sie und die anderen Schülersprecher die ersten Projekttage überhaupt auf die Beine – für uns gehören die ja als Selbstverständlichkeit zu jedem Schuljahr dazu. Damals mussten sie noch gegen Widerstand aus Lehrerschaft und Direktorat ankämpfen, um die Projekttage durchzusetzen.

Durchsetzen – ein weiterer Vorteil, um als Politiker etwas zu erreichen, zumal Frau Triebel ja für die Grünen, also einer Oppositionspartei, kandidiert.

Ihr erstes politisches Amt bekleidete sie Anfang 2002 als einzige Grüne Gemeinderätin im Gemeinderat Kaufering. Anlass, sich jetzt richtig aktiv in der Kommunalpolitik zu engagieren, war die Asphaltierung ihrer Trainingsstrecke in Kaufering, welche sie als Läuferin ja zum Trainieren braucht. Da dachte sich Frau Triebel: „Hey, also das geht ja gar nicht, da kommt man aus München raus, wo alles zugepflastert ist, und hier machen sie es genauso!“. Also stellte sie sich zur Wahl und wurde Gemeinderätin, merkte aber auch gleich, was man so alles in der Opposition braucht. Und das ist vor allem eine „unglaublich hohe Frustrationstoleranz“, wenn mal wieder von den Regierenden eigene Ideen aufgegriffen und fast unverändert als eigener Erfolg verkauft werden. Eine weitere wichtige Voraussetzung ist ein sehr dickes Fell, da man sich viel Kritik in diesem Metier anhören muss. Manchmal bekommt man auch richtige Anfeindungen zu spüren, so zum Beispiel, als Frau Triebel einen alten Bauernhof in Kaufering wieder neues Leben einhauchen wollte und dafür Förderungen benötigte. Der Freistaat Bayern hätte auch fast 80% der Kosten übernommen, aber nur wenn man in diesem Haus zwei bis drei Flüchtlingsfamilien untergebracht hätte – der Platz wäre ja schließlich da gewesen. Das war ein großes Problem in einer doch etwas kleineren Stadt, fast einem Dorf in Bayern, wo vor allem konservatives Gedankengut vorherrscht und man generell gegen alles Fremde erst einmal vorsichtig ist. Dort schlägt einem bei solch einem Projekt schon massiver Gegenwind entgegen. „Da ging´s dann echt ab“, blickte Frau Triebel zurück. Leider wurde der Hof dann trotz aller Bemühen abgerissen.

Da stellt man sich ja schon die Frage, was  dann einen so engagierten Menschen motiviert, sich so etwas jeden Tag auszusetzen und trotzdem noch dabei zu bleiben. Frau Triebels Antrieb ist es, „einfach die Welt zu retten“. Da denke ich mir : Wenn es nur das ist… ;-).

Und wie stehen nun eigentlich die Chancen, in den Landtag zu kommen? Ein einfaches „gut“ als Antwort, denke ich, sagt mehr als tausend Worte, zudem die Umfragewerte der Grünen gerade „exorbitant“ hoch für grüne Verhältnisse in Bayern sind und „wir einfach ein sauguter grüner Wahlkreis sind!“. Na, dann denke ich, stehen die Chancen wirklich sehr gut, dass sie es in den Landtag schafft. Aber was dann? Weiterhin Lehrer bleiben? Nein, das gehe leider nicht. Diese Entscheidung ist ihr auch wirklich schwer gefallen, zum einen „in so einem Kollegium zu sein, wo es so richtig freundschaftlich zugeht“ und natürlich wir, die Schüler, die „jugendliche Energie“, werden Frau Triebel auf jeden Fall fehlen, aber ich denke, jeder kann es nachvollziehen, dass man nach dreißig Jahren Lehrerdasein mal etwas Neues ausprobieren möchte. Und falls es doch nicht klappen sollte? Das macht ja dann nix, „ich hab nämlich nen sauguten Stundenplan!“

Das kommt ihr natürlich schon sehr entgegen, denn im Gegensatz zu schon gewählten Abgeordneten, die den Wahlkampf quasi als Beruf machen, hat sie ja wirklich einen Beruf, nämlich Lehrer, und da wird es schon richtig stressig. „Also die Ferien habe ich durchgearbeitet“. Aber da ja Wahlkampf weit längere Planung als die Durchführung braucht, ist Frau Triebel auch schon seit über einem halben Jahr dabei, damit dieser auch erfolgreich wird.

Dann bleibt mir eigentlich nur noch zu sagen: Viel Glück dabei!

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