Eine Pauli mit… Frau Farrokhzad

Eine Pauli mit… Frau Farrokhzad

Wie sind Lehrer so geworden, wie sie heute sind? Oder sind sie etwa sogar normale Menschen wie wir alle?
Unter Anderem um das herauszufinden, habe ich mich mal mit Frau Farrokhzad unterhalten.

Geboren wurde sie in Dortmund mit spanischen Eltern und wurde auch gleich zweisprachig erzogen, der Nachname stammt von ihrem Mann, ebenfalls in Deutschland geboren mit iranischen Wurzeln. Also schon immer eine Vorliebe und Talent für Fremdsprachen?
Auf alle Fälle, Französisch in der Schule, ebenfalls kein Problem. Sie war zwar auch gut in Chemie und Mathe, „aber mir war klar, dass ich Mathe nie studieren würde“. Also? Spanisch und Englisch in Bochum studiert, aber nicht auf Lehramt. Wie? Sind sie etwa noch nicht schon immer Lehrerin? Nein, erst mal noch einen Doktor in Englischer Literatur obendrauf gesetzt. Bei dem Thema stellt es glaube ich jedem Schüler die Nackenhaare auf, „Die Bibel als sozialkritisches Instrument in Romanen der industriellen Revolution“…
Puh, ganz schön trocken oder? Nein überhaupt nicht, „das war was ganz Interessantes“. Sprache analysieren und schauen, wie sie eingesetzt wird. Sprache, also voll ihr Ding.
Und warum auch noch promoviert? Ist das bei sprachlichen Studiengängen so üblich?
Nein, eigentlich gar nicht. Aber, „mit einem ausländischen Namen klingts einfach besser, wenn ein Doktor davor ist“. Also hat sie die Gelegenheit gleich genutzt. Und dann sind sie Lehrerin geworden? Wieder nein. Also gehe ich davon aus, dass Lehrer nicht ihr Traumjob war? „Überhaupt nicht, nein. Lehrer fand ich furchtbar“, vor so einer Horde Schüler zu stehen, die keinen Bock haben und da dann auch noch Disziplin reinbringen, war überhaupt nicht ihr Ding.
Also machte sie erstmal Verlagsarbeiten und Übersetzungen, unter anderem auch bei einer Filmproduktion in München. Und dann später ein Richtungswechsel, als Quereinsteiger in die Lehrerlaufbahn. Bereut? Nein, überhaupt nicht, „ich bin auch der festen Überzeugung, ich wäre nicht die Lehrerin, die ich heute bin, wenn ich das schon mit 20 gemacht hätte“. Aber irgendwas stört sie doch bestimmt oder? Es kann ja schließlich nicht alles perfekt sein. Ja, da gibt’s schon so manches, zum Beispiel, wenn man etwas Schwieriges zwei oder drei Mal erklärt, aber die Schüler das Interesse am Verstehen fehlt, „dann lassen wirs halt gleich“.
Und was ist jetzt der Favorit, Spanisch oder Englisch? Das kann man nicht so genau sagen, durch die zweisprachige Erziehung ist Spanisch sehr tief verankert und kommt dementsprechend auch noch leichter von den Lippen. Aber trotzdem mag sie Englisch sehr gerne, sonst schreibt man wohl auch nicht darüber eine Doktorarbeit.
Aber so ein Lehrerdasein kann einen auch manchmal auf die Palme bringen oder? Was machen sie zum Ausgleich? Auch aus gesundheitlichen Gründen Sport, aber so richtig den perfekten Ausgleich gibt es noch nicht, da zuhause schon wieder Schule wartet, denn ihre Kinder haben, wie wir alle schließlich, immer mal Fragen. Und wer würde da nicht seine Mutter fragen, wenn man direkt an der Quelle sitzt.
Dann sind wir doch mal froh, dass sie sich für das Lehrerdasein entschieden haben und zu uns nach Landsberg gekommen sind.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.