Was wurde eigentlich aus Frau Triebel?

Gabriele Triebel im Bayrischen Landtag, Pressebild (www.gabriele-triebel.de)

Wer von euch kennt Frau Triebel eigentlich nicht? Ich schätze, es sind nicht viele. Schließlich hat sie über Jahre den Sportunterricht am IKG geprägt, und solange sie hier war, gab es keine Mädchen aus der Jahrgangsstufe, die sie noch nie hatte. Doch seit sie im letzten Jahr in den Landtag gewählt wurde, wurde es doch sehr ruhig um sie, und wir haben auf einmal eigentlich nichts mehr von ihr gesehen oder gehört.

Letzte Woche war sie an der Schule, und ich habe sie mal angesprochen, und ihr dann auch noch gleich ein paar Fragen gestellt. Ihre Antworten findet ihr hier.

Also: Was wurde eigentlich aus Frau Triebel?

Was machen sie machen Sie denn jetzt im Moment eigentlich? Sie sind im Landtag – aber was machen Sie da überhaupt?

„Ich bearbeite meine Schwerpunkte. Das ist zum einen die Bildung – natürlich, als Lehrerin! Ich war dreißig Jahre hier an der Schule, und bin deswegen in den Bildungsausschuss gegangen, und habe da die Schwerpunkte – weil Bildung ja ganz ganz breit gefächert ist – Gymnasium, politische Bildung, Ganztag, und FOS/BOS. Dann kommt da noch die Religion dazu. Ich bin auch religionspolitische Sprecherin, weil ich das einfach total faszinierend finde, die Religion in der Gesellschaft, was für Aufgaben sie hat, wie sie wirkt, welche Chancen in ihr liegen und dass die verschiedenen Religionen und Weltanschauungen ganz viel dazu beitragen können, was wir hier für eine Gesellschaft haben. Und natürlich die Gedenkkultur! Das ist auch was, wo ich sehr viel im Moment dran arbeite. Da geht es sogar um den lokalen Bezug. Ich kämpfe dafür, dass am Lager 7, das ist hier in Landsberg ist, der Freistaat ein kleines Dokuzentrum errichtet.“

Gibt es einen Punkt, der sie überrascht hat, jetzt, als Sie in die (Vollzeit-)Politik gegangen sind? Was ist das, was sich am meisten verändert hat?

„Also erstmal, fangen wir mit dem Einfachen an. Ich hatte hier am IKG zwölf Unterrichtsstunden, das heißt, ich habe halbtags gearbeitet, und jetzt arbeite ich in der Woche sechzig bis siebzig Stunden. Also das ist schon einmal mein erster großer Unterschied. Dann habe ich auf einmal Personalverantwortung, das heißt, ich habe Mitarbeiter und ich bin die Chefin von Mitarbeitern. Da habe ich auch gemerkt: Es ist was anderes, vor der Klasse zu stehen und Verantwortung für Kids zu haben, als einem Erwachsenen zu sagen – hey, wie du arbeitest, das sollte vielleicht anders werden. Also da merke ich schon: Das ist eine Herausforderung für mich. Und dass ich schon Stressituationen erlebt habe – vor allem in der Außendarstellung. Also dass jetzt zum Beispiel ein Reporter herkommt, mir ein Mikro unter die Nase hält, dann ist auch noch eine Kamera dabei und du musst in drei bis maximal fünf Sätzen das sagen, was du rüberbringen möchtest. Das ist echt Hammer. Das hab ich voll unterschätzt. Aber ich arbeite daran und hole mir Hilfen, dass ich besser werde. Und das macht Spaß.“

Können Sie sagen, was ihnen besser gefällt, Politik oder Schule?

„Ne, kann man nicht sagen. Für meinen jetzigen Lebensabschnitt ist das gut. Ich lerne wahnsinnig viel dazu. Also mir kommt´s echt vor wie ein ständiges Fortbildungsprogramm, und das ist genau das, was ich wollte. Ich habe mich vor drei Jahren gefragt: „Woah, will ich das echt bis zum Ende meiner Arbeitszeit machen, hm?“ Nach knapp dreißig Jahren fragst du dich das ja schon. Obwohl, das ist echt ein hammer Beruf, Lehrer, weil es ja immer eine andere Situation ist. Du hast ja immer ein anderes Gegenüber. Und auch wenn ich die gleichen Klassen nochmal habe, dadurch dass ihr ja älter werdet, seid ihr in einer ganz anderen Entwicklungsphase und ich muss als Lehrerin ganz anders reagiern. Das heißt also, die Situation ist auch immer anders. Aber das ist jetzt einfach ein ganz neues, anderes Fortbildungsprogramm, und das finde ich klasse!“

Wollen Sie nochmal kandidieren?

„Das weiß ich noch nicht. Das werde ich später entscheiden, so etwa ein Jahr vorher. Auf der einen Seite wäre es schade, aufzugeben, was ich jetzt alles aufgebaut habe und zu sagen, nach fünf Jahren – ne, mach ich nicht mehr. Auf der anderen Seite muss ich schauen was das Leben so bringt.“

Und wenn nicht mehr, gehen Sie dann in Rente oder kommen sie zurück?

„Ich muss mal schauen. Das kommt drauf an, ob ich gesund bin, wie meine Lebenssituation ist. Es ist alles offen. Also wenn ich vierzig wäre, dann hätte ich natürlich gesagt – Ja!“

Und last, but not least: Vermissen Sie die Schule?

„Und wie! Also diese jugendliche Energie, die von euch ausgeht, die vermisse ich. Und natürlich auch den persönlichen Kontakt, ja, also das auf jeden Fall.“

Wir danken Ihnen, Frau Triebel ganz herzlich für das spontane Interview und wünschen Ihnen alles Gute bei Ihrer Arbeit. Wir hoffen, Sie denken oft und gerne ans IKG zurück!


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