Duales Studium und FH als Alternative zur Uni

Die meisten Abiturienten wollen nach dem Gymnasium studieren. Vielen liegt es nahe, dies auf einer „normalen“ Universität zu tun, weil es so von vielen vorgelebt wurde. Für viele Studiengänge gibt es natürlich auch nur die Universität als Möglichkeit, insbesondere für Geisteswissenschaften (z.B. Jura, Psychologie, Politikwissenschaften…). Doch für technische, naturwissenschaftliche und generell eher praktischere Studiengänge bietet sich die Fachhochschule an. In Deutschland gibt es mehr als doppelt so viel Fachhochschulen wie Unis, meist sind sie aber auch kleiner. Außerdem findet man sie öfter im ländlichen Raum im Gegensatz zu Unis, die eher in großen Städten zu finden sind. Außerdem herrscht durch die kleineren Studiengänge eine familiärere Atmosphäre, ebenfalls ist der Kontakt zu den Professoren oftmals enger.

Absolventen der FH sind (gerade in praktisch/technischen Berufen) manchmal sogar beliebter auf dem Arbeitsmarkt als Uni-Absolventen. Sie haben schon oft einen größeren Bezug zu dem Beruf und durch ein verpflichtendes Praxissemester mehr praktische Erfahrungen gesammelt. In Kombination mit einem Dualen Studium ist dieser Weg eine sehr sichere Option. Eine Übernahme beim Partnerunternehmen ist wahrscheinlich, wenn es bereits in deine Ausbildung investiert hat.

Was genau ist ein Duales Studium?

Ein Duales Studium ist eine schulische Ausbildung, die zwei Lernorte verbindet. Die Hochschule ist für die akademische Wissensvermittlung verantwortlich und ein Betrieb bzw. Unternehmen ist für die Praxis zuständig.

Es gibt zwei verschiedene Typen des Dualen Studiums:

1. Das ausbildungsintegrierende Verbundsstudium:

  • Kombination von Hochschulstudium und Berufsausbildung
  • Erwerb des Bachelorabschluss und Kammerabschluss
  • 4,5 Jahre Dauer

2. Studium mit vertiefter Praxis:

  • mehr Praxiszeit als im normalen Studiums
  • Erwerb von Bachelorabschluss oder Masterabschluss
  • 3,5 Jahre im Bachelor
  • 2 Jahre im Master (Bevor man ein Master-Studium beginnt muss man natürlich ein Bachelor-Studium absolviert haben)

Die Bewerbung für das Verbundsstudium am Beispiel Abitur 2021

  1. Zwischen Juli und September 2020 bewirbt man sich bei einem Unternehmen
  2. Im Oktober und November 2020 finden Auswahltage des jeweiligen Unternehmens statt.
  3. Im Dezember oder Januar 2020/2021 wird der Berufsausbildungsvertrag unterzeichnet
  4. Zwischen Mai und Juli 2021 ist die Bewerbungsphase an der Hochschule
  5. Im September 2021 beginnt die Ausbildung
  6. Im Oktober 2021 beginnt auch das Studium

Die Bewerbung für das Studium mit vertiefter Praxis und Bachelor-Abschluss am Beispiel Abitur 2021

  1. Von Juli bis September 2020 bewirbt man sich bei einem Unternehmen
  2. Im Oktober und November 2020 finden Auswahltage des jeweiligen Unternehmens statt.
  3. Im Dezember oder Januar 2020/2021 wird der Berufsausbildungsvertrag unterzeichnet
  4. Zwischen Mai und Juli 2021 ist die Bewerbungsphase an der Hochschule
  5. Zwischen Juli und September findet der Beginn der Vorpraxis im Unternehmen statt
  6. Im Oktober 2021 ist dann der Studienstart an der jeweiligen Universität

An einzelnen Hochschulen bewirbt man sich auch erst nach dem ganz normalen Studienbeginn für ein Studium mit vertiefter Praxis.

Vorteile des Dualen Studiums:

  • Verknüpfung von Theorie und Praxis (Einfacheres Lernen)
  • Keine Studiengebühren (nur reguläre Studentenwerksbeiträge)
  • Vergütung vom Partnerunternehmen
  • Oft finanzielle Unterstützung durch Partnerunternehmen
  • Zwei Abschlüsse in einem mit verkürzter Ausbildungszeit (Verbundsstudium)
  • Hohe Übernahmechancen vom Partnerunternehmen
  • Ausgezeichnete Karrierechancen und oft Vorteile gegenüber „normalen“ Studienabsolventen

Nachteile:

  • Keine Semesterferien (während dieser arbeitet man im Partnerunternehmen)
  • Höhere Belastung durch weniger Freizeit
  • Im Verbundsstudium folgen die Abschlussprüfung der Ausbildung und die Bachelorarbeit „relativ“ nah aufeinander
  • Nicht alle Studienfächer kann man dual studieren

Wer ein duales Studium beginnt, muss sich im Klaren sein, dass man wesentlich weniger Freiheiten hat als bei einem regulären Studium. Es gibt keine Semesterferien, sondern nur mindestens 20 bezahlte Urlaubstage im Jahr. Man sollte definitiv ehrgeizig und motiviert sein, hart für sein Ziel zu arbeiten. Oft müssen dem Arbeitgeber auch die Noten vorgelegt werden. Aber wenn man mal drüber nachdenkt, müssen die meisten Studenten so oder so in den Semesterferien arbeiten, um sich ihr Studium zu finanzieren. Also kann man ja auch gleich etwas „Sinnvolles“ arbeiten, was einem bessere Karrierechancen ermöglicht. Trotz des vermeintlich höheren Arbeitsaufwands ist das duale Studium immer noch sehr attraktiv. Theoretische Inhalte und Praxis werden verknüpft, was ein schnelleres und effektiveres Lernen ermöglicht. Außerdem lebt man sich gleich in den Arbeitsalltag ein. Man verdient Geld, was z.B. größere Unabhängigkeit von den Eltern schafft. Viele Studienkosten werden ebenfalls vom Partnerunternehmen übernommen. Dies variiert aber von Unternehmen zu Unternehmen. Hat man dann endlich den Bachelor in der Tasche, hat man überaus gute Karriereaussichten. Etwa 80 % der Absolventen arbeiten weiter in ihrem Ausbildungsbetrieb, was natürlich sehr naheliegend ist, da sie dort schon perfekt eingearbeitet wurden und sich der Arbeitgeber schon ein ausführliches Bild machen konnte.

Für wen also eignet sich das Model „Duales Studium“ am besten?

für Personen, die:

  • leistungsorientiert, ehrgeizig und zielorientiert sind
  • keine Lust auf lange Arbeitsplatzsuche nach dem Studium haben
  • viel Wert auf gute Karriereaussichten legen
  • schon relativ sicher wissen, welchen Weg sich nach dem Studium gehen wollen

Wie findet man ein Duales Studium bzw. ein Kooperationsunternehmen?

In Bayern:

www.hochschule-dual.de (Allgemeine Infos)

www.hochschule-dual.de/datenbank (Studiengänge, Fachhochschulen, Unternehmen)

www.hochschule-dual.de/jobportal (freie Stellen)

In Deutschland:

www.duales.de


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