Unsere „Mobilität“ in LL

Unser zweiter Beitrag für die Podiumsdiskussion mit den Landratskandidaten am 03.März um 19 Uhr im sportzentrum Landsberg beschäftigt sich mit der Mobilität im Landkreis. Jeder und jede, der im Umkreis lebt, aber täglich nach Landsberg mit dem ÖPNV pendelt, macht seine Erfahrungen zum Thema „Mobilität, so auch unsere Bloggerinnen.

Als Minderjährige/r hat man es in unserem Landkreis gar nicht so einfach, wenn man von A nach B kommen möchte. Besonders wenn man aus einem kleinen und abgelegenen Ort kommt, hat man wenige Möglichkeiten, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Aber auch wenn man in einem verhältnismäßig großen Dorf mit 5000 Einwohnern lebt, hat man keine Garantie, z.B. mit dem Bus nach der Schule auch wieder heimzukommen. So ist dies auch, wenn man z.B. in Utting wohnt. Der letzte Bus von Landsberg nach Utting geht um 16 Uhr, was denkbar schlecht ist, wenn man erst um 17 Uhr Schulschluss hat. Man muss also von den Eltern mit dem Auto abgeholt werden oder darauf hoffen, dass man von jemandem mitgenommen wird.

Wenn man sich an einem Samstagabend in Landsberg mit ein paar Freunden treffen will, ist dies ebenfalls kaum möglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Es fährt nämlich meistens einfach gar kein Bus und man muss wieder darauf hoffen, dass die Eltern einen fahren. Mit dem Zug nach Landsberg zu fahren ist eine noch größere Odyssee als mit dem Bus. Wenn man vom Ammersee nach Landsberg mit dem Zug will, muss man erst in Geltendorf und dann noch in Kaufering umsteigen, bevor man am Zielbahnhof ankommt. Die Zugfahrten (einfach) kosten dann aber auch jeweils fast 10€.

Neben den Problemen der langen aber auch seltenen Fahrtzeiten der Busse, gibt es noch ein weiteres bedeutendes Problem: Die Fahrtkosten sind einfach extrem hoch. Die Höhe steigt pro Zone an. In Zone 0, also Landsberg selbst, kostet eine Schülermonatskarte 23,50€. In Zone 11 (z.B. Strecke Apfeldorf-Landsberg) kostet eine Schülermonatskarte bereits 106,50€. Da besucht man nun eine staatliche Schule, in der Bildung kostenlos ist, muss aber trotzdem über 100€ im Monat, alleine für die Fahrt, bezahlen.

Der Landkreis übernimmt die Fahrtkosten zwar für Schüler, die noch zwei oder mehr Geschwister haben, die noch Kindergeld berechtigt sind, jedoch müssen Einzelkinder und Kinder mit nur einem Geschwister die gesamten Fahrtkosten selbst bezahlen. Eine Familie mit zwei Kindern muss aber nicht gleich reicher sein als eine mit drei Kindern. Deswegen kann das Busticket eine finanzielle Belastung darstellen, die nicht alle Eltern locker bezahlen können. Also warum zahlt eigentlich nicht der Landkreis die Schulbuskosten für alle Schüler? Immerhin sind es Schüler, die selbst noch nichts verdienen und sozusagen finanziell dafür büßen müssen, dass sie gerne Abitur machen möchten. Manchmal fühlt es sich so an, als wäre es gar nicht gewollt, dass man Abitur macht.

Davon abgesehen sollten die öffentlichen Verkehrsmittel ja auch eigentlich ausgebaut werden, damit mehr Leute das Auto mal stehen lassen. Aber leider wurden in letzter Zeit Fahrten aus dem Fahrplan gestrichen und mit dem Jahreswechsel 2019/2020 die Fahrpreise erhöht. Die Streifenkarte Utting-Landsberg beispielsweise kostet nun 24,50€ anstatt 23,50€ im Vorjahr. Das ärgert nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene und Rentner, die womöglich auch auf den Bus angewiesen sind. Genau genommen wird genau das Gegenteil davon gemacht, was man tun sollte, um Busfahren attraktiver zu machen.

Wer fährt schon gerne mit einem Bus, der grauenvolle Fahrzeiten hat, doppelt so lange wie das Auto braucht, teils überfüllt ist und dazu noch fast genauso teuer ist, als wenn man mit dem Auto fährt. Viele haben darauf einfach keine Lust und so werden wohl auch viele, sobald sie 18 sind, mit dem Auto in die Schule fahren. Finanziell ist zum Bus schließlich nicht viel um. Für das Klima ist dies zwar nicht gut, aber trotzdem irgendwie nachvollziehbar. Die Busunternehmen müssen womöglich die Preise erhöhen, um noch etwas Gewinn zu erwirtschaften, aber um dieses Problem zu lösen könnte der Landkreis die Busunternehmen womöglich finanziell unterstützen und fördern. Schließlich erhöht eine gute Infrastruktur die Lebensqualität der Menschen in unserem Landkreis. Aber der allererste und wichtigste Schritt wäre, die Schulbuskosten (und auch Zugkosten) für alle Schüler zu übernehmen, egal welche Schule und welche Klasse und dann auch noch mehr Bus- oder Zugfahrzeiten hinzuzufügen.

Euch liegen die Kritikpunkte am ÖPNV auch am Herzen? Oder habt ihr auch Anfragen an unsere vier Landratskandidaten Thomas Eichinger (CSU), Wolfgang Buttner (ÖDP), Tobias Linke (Bayernpartei) und Peter Friedl (Grüne)? Dann kommt zur Podiumsdiskussion „Schluss mit blabla“ des kjr am Dienstag nach den Ferien im Sportzentrum Landsberg, moderiert von den Bloggern des Blig.Blog! Wir freuen uns auf Euch!


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