Zweieinhalb Wochen Homeschooling – eine Zwischenbilanz

Wir kennen die Situation gerade alle nur zu gut und egal, wo man hinhört, es geht nur noch um ein Thema – Corona. Besonders für uns relevant: Ausgangssperre und somit Schule allein zu Hause. Und nein, ich will euch nicht auch noch nerven, indem ich Euch etwas über das Coronavirus erzähle. Ich denke, mittlerweile wissen wir alle darüber Bescheid und viele nehmen es zum Glück ernst. Ich möchte zeigen, wie es mir und bestimmt auch vielen Anderen mit „Homeschooling“ geht.

Ein Großteil der Schüler waren am letzten Tag vor den „Corona-Ferien“ ganz euphorisch und haben sich auf freie Tage gefreut. Doch spätestens nach der ersten Woche sollten viele ihre Meinung darüber geändert haben. Man bekommt in einer Woche so viele Emails wie in einem Jahr nicht. Jedes Mal mit neuen Arbeitsaufträgen, die man zu Hause alleine bearbeiten soll. Sich selbst Stoff beibringen und nicht schnell mal eine Frage stellen zu können, ohne dass man darauf 2 Tage warten muss. Ich zumindest war besonders am Anfang wahnsinnig überfordert.

Ganz schlimm war es mit dem Zeitmanagement. In der ersten Woche lebte ich nach dem Motto „Das kann man auch noch morgen machen“ und als es dann zu viel wurde, was ich „morgen machen wollte“, gab es ja auch noch ein Übermorgen.

Obwohl ich den ganzen Tag Zeit hatte und nichts Anderes gemacht habe, als bei meiner Serie eine Folge nach der Anderen zu schauen, und selbst wenn ich die durchhabe lieber eine Stunde nach einer Neuen zu suchen, oder etwas anzuschauen, was ich sonst nie angeschaut hätte, habe ich die Schulsachen immer aufgeschoben.

Wir beschweren uns jeden Tag, dass wir keine Lust auf Schule haben und nur nach Hause wollen. Doch in der jetzigen Situation wird mir erst klar, wie schön es ist mit Mitschülern zusammen Aufgaben zu machen und Lehrer sich um die Fortschritte kümmern. Kaum ist man auf sich allein gestellt und hat die Wahl zwischen im Bett liegen und Serien schauen oder Arbeitsaufträge erledigen, würde sich wohl jeder für Ersteres entscheiden.

Was meine Motivation persönlich noch verringert hat, war das Alleinesein, nicht mehr mit Freunden raus zu können. Das kann man ja nur in eine Art „Depression“ fallen und will den ganzen Tag nur im Bett liegen. Ab und zu komme ich dann aber doch mal auf Ideen, etwas zu machen außerhalb meines Bettes, was ich sonst nie gemacht hätte. Zum Beispiel mein Zimmer umzustellen und zu streichen oder um 3 Uhr nachts mir die Haare zu schneiden.

Jetzt sind wir schon in der dritten Woche und langsam habe sogar ich einen Tagesrhythmus. Man muss sich da erst einmal rein finden, denn neue Situationen erfordern Anpassung. Seine ganze Selbstdisziplin und Selbstständigkeit zusammen kratzen, dann übersteht es jeder auch noch die letzte Woche.

Ich hoffe, dass ihr alle die nächsten Wochen Lagerkoller gut übersteht und es euch und euren Familien gut geht.

Zum Schluss noch ein kleiner Motivations Spruch für euch – Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.


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