Ausziehen zum Fieber messen

Es wurde verkündet, dass wir uns alle oberkörperfrei am Ostersonntag um 17 Uhr vor unsere Haustür stellen sollen, damit das deutsche Gesundheitsministerium bei uns Fieber messen kann. Wer bei dieser Aktion nicht mitzieht, kann mit negativen gesundheitlichen Folgen rechnen. 

Nein, natürlich nicht. Wieder mal eine dieser völlig abstrusen Meldungen, die sich in letzter Zeit in unseren Medien häufen. Um den nächsten Toptreffer zu landen, werden oft Gerüchte aufgepusht und Halbwahrheiten verbreitet. Ich habe Menschen erlebt, die sich wirklich den gesamten Tag damit beschäftigen, Angst bekommen oder versuchen Verschwörungstheorien weiterzuverbreiten, um Panik zu verbreiten. Dabei gibt es in den Medien und von verschieden Promis auch noch Tipps, wie man diese „harte Zeit“ zu Hause aushalten kann. Hier wiederum frage ich mich, ob sich nicht jeder Mensch in einer Phase, in der er nur in seiner sozialen Freiheit eingeschränkt ist, selbst beschäftigen kann? Viele dieser „Quarantäne-Tipps“ setzen die meisten doch ohnehin schon um. Meine Flop-Top- Überschriftenliste besteht aus 1000 Tipps für den Familienzusammenhalt in Zeiten von Corona, der Corona-infizierte Tiger in New York und das App-Tracking der Corona-Infizierten. Diese ganze Zeit hier wird als Krise verkauft. Und das ist sie auch, aber nicht in dem Sinne in dem sie dargestellt wird. Es ist keine Krise für die Leute die zu Hause bleiben müssen, sondern für die, die plötzlich Insolvenz anmelden müssen und ihre Familie nicht mehr versorgen können, für die Ärzte und Krankenschwestern, die unter der ständigen Angst leiden, infiziert zu werden, für die Menschen in Ländern, die um ihr Leben fürchten müssen, weil die gesundheitliche Versorgung nicht ausreicht und für die Flüchtlinge, die kaum noch Unterstützung bekommen, in ihren Lagern ausharren, in denen ein Wasserhahn momentan durchschnittlich 1300 Leuten zugeteilt ist. Denkt endlich um. Denkt an die, denen es wirklich schlecht geht und hört auf rumzumeckern. Und, am wichtigsten, unterstützt die Menschen, die es brauchen. 


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