Von Homeschooling und Dankbarkeit

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich habe Angst. Und die sogar weniger vor dem Virus als vor allem anderen, dem „Danach“. In meinem Kopf jagt ständig eine Frage die nächste: Wie wird das alles weitergehen? Wann kommt der Alltag zurück? Werden wir dieses Jahr noch alle zurück in die Schule kommen? Und selbst wenn: Was kommt dann? Noten um Noten? Wie lange noch? Wie viele Menschenleben wird all das noch kosten?


Und zum ersten Mal in meinem, und wohl in unser aller, Leben, bin ich an einem Punkt, an dem mir niemand eine definitive Antwort geben kann. Noch hat noch kein Wissenschaftler Zahlen und Graphen, die er so präsentieren kann, dass sie ja doch keiner versteht, aber man wenigstens das Gefühl hat, dass jemand anderes Ahnung hat. Kein noch so schlauer Politiker kann behaupten, dass er wusste, was noch alles auf uns zu kommt, und außer den Verschwörungstheoretikern im Internet, die behaupten, Corona wäre nur eine Erfindung der Regierung, der BBC oder der Echsenmenschen und die wahlweise zur Revolution oder zur Vorbereitung auf den Weltuntergang aufrufen, kann auch keiner sagen, wie wir, als Gesellschaft oder ganz persönlich, weitermachen sollen. Das Einzige, was gerade in dunklen Momenten sicher zu sein scheint, ist, dass wir in einer unsicheren Zeit leben, in der gar nichts mehr sicher ist.


Umso wichtiger ist für mich jetzt alles, was mir das Gefühl von Alltag und Normalität zurück gibt. Das ist der Frühling, da draußen, der die Welt gerade genauso wieder zum Leben erweckt wie in jedem anderen Jahr auch, ohne sich darum zu kümmern, dass sie für uns Menschen gerade so stillsteht wie noch nie. Das ist ein gutes Buch, das mich in andere Welten entführt. Das ist Musik. Aber das ist auch das Homeschooling.


Denn auch wenn mich Aufsätze, Arbeitsblätter und Abgabetermine genauso nerven wie uns wohl irgendwo alle, und ich mit regulärem Unterricht bei weitem besser zurecht komme, als damit, mir den neuen Stoff einfach selber beizubringen, so ist das doch die Schule, die wir im Moment kriegen können. Und ich weiß nicht wie es euch da geht, aber für mich ist Schule ein riesiges Stück Alltag, und ich möchte sogar so weit gehen, zu behaupten, dass das IKG auch ein Stück weit mein Zuhause ist – und das nicht nur, weil ich als Oberstufenschülerin im Normalfall nicht nur jeden Vormittag, sondern auch den Großteil der Nachmittage dort verbringe.

Natürlich vermisse auch ich nicht wirklich die unendlich langen Unterrichtsstunden, und wünsche mir selbst jetzt keine eineinhalb Stunden Mathe direkt um acht in der Früh oder Nachmittagsunterricht bis um fünf Uhr.


Aber jetzt, wo ich so viel Zeit und so wenig normale Probleme des Alltags habe, muss ich sagen, dass mir dieses Homeschooling mit allem, was dazu gehört, eine echte Stütze ist. Und deswegen gehe ich jetzt auch hoch erhobenen Hauptes in die nächsten Wochen Homeschooling – und das dürft ihr auch tun. Immerhin haben wir es schonmal geschafft, da wird die Welt von ein paar Wochen mehr auch nicht untergehen. Und wir haben an unserem IKG schließlich ein wundervolles Lehrerkollegium, das uns da schon irgendwie durchkriegen wird, daran glaube ich fest. Und auch wenn wir natürlich die wirkliche Arbeit immer noch selber machen müssen, so haben wir doch die besten Voraussetzungen und es werden für uns zu jeder Zeit die bestmöglichen Lösungen gefunden – zumindest für mich echt tröstlich.


Worum es mir eigentlich geht, auch wenn ich nicht so recht zum Punkt komme: Nicht verzagen, Schüler des IKGs! Homeschooling ist nicht ideal, die ganze Situation mehr als chaotisch, aber das wird schon – am Ende wird doch auch diese Zeit schneller vorbeigegangen sein, als man jetzt glaubt. Und wäre es nicht schön, später sagen zu können, dass uns die Corona-Zeit immerhin gezeigt hat, was im Leben wirklich wichtig ist?


Ein Gedanke zu “Von Homeschooling und Dankbarkeit

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