…das bringt Unglück!

…das bringt Unglück!

„Hast du gerade den Spiegel kaputt gemacht? – Jetzt hast du sieben Jahre Unglück!“
„Verdammt, da sitzt eine schwarze Katze auf meinem Zaun. – Das bringt Unglück.“
„Aber ich hab doch erst morgen Geburtstag! – Jetzt hab ich wegen dir Unglück.“
„Unter der Leiter darfst du nicht durchgehen. – Das bringt Unglück!“
„Heute ist Freitag der dreizehnte. – Pass gut auf dich auf!“
„Heute darf unser Kind aber nicht auf die Welt kommen…“

Moment.. der letzte Satz passt nicht dazu, denkst du? Doch das tut er und weißt du auch warum? Das ist der Satz, den mein Vater vor fast 19 Jahren meiner Mutter an den Kopf geknallt hat, als sie hochschwanger mit mir war (und mich ein paar Stunden später auf die Welt gebracht hat).

Was das dann mit den anderen Sätzen zu tun hat? – Na ja, ich habe am 29. Februar 2000 Geburtstag und der 29. Februar bringt bekanntlich Unglück.

Mein Vater hat den Satz zwar eher aus Spaß gesagt und ihn sicher nicht ernst gemeint, es gibt aber durchaus Menschen, die abergläubisch sind und daran glauben.

Zunächst aber erst mal ein paar Informationen über den 29. Februar an sich:
Den 29. Februar gibt es nur in Schaltjahren und die sind nur dann, wenn die Jahreszahl durch vier teilbar ist, aber nicht durch hundert – außer sie ist durch vierhundert teilbar, dann schon. In einem Schaltjahr hat das Jahr 366 statt 365 Tage, um Ungenauigkeiten bei der Kalenderberechnung auszugleichen. Die Erde braucht nämlich zur Umrundung der Sonne 365,2424 Tage und damit ist ein Jahr eigentlich 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45 Sekunden lang.
Julius Cäsar hatte zum Beispiel früher schon die grandiose Idee, einfach alle vier Jahre nach dem 24. Februar einen zweiten 24. Februar einzuführen, damit keine Geburts- oder Namenstage ausfallen müssen, wie es ja jetzt der Fall ist.
Warum ausgerechnet der Februar dran glauben musste, lässt sich damit erklären, dass im römischen Kalender der Februar der letzte Monat im Jahr war und damit weniger von Bedeutung gewesen ist.

Wusstet ihr, dass es sogar Schaltsekunden gibt? Die Gezeiten bremsen nämlich die Erdrotation ab, sodass die Tageslänge in 100.000 Jahren um 1,6 Sekunden zunimmt. Es würde also in Schaltjahren künftig weniger Tage geben als bisher und in 3,5 Millionen Jahren hätte der Februar nur noch 27 Tage. Um diese Verlangsamung auszugleichen gibt es Schaltsekunden. Die letzte wurde am 1. Januar 2017 eingeführt, die nächste wird wahrscheinlich am 31. Juli 2019 eingeführt werden, das hat der Internationale Dienst für Erdrotation und Referenzsysteme so entschieden.

Zurück zum Schaltjahr: meinen Geburtstag teile ich mir weltweit mit 4,8 Millionen Menschen, von denen 55.000 in Deutschland leben. Vielleicht könnt ihr euch besser vorstellen, wie gering diese Zahl ist, wenn ich euch verrate, dass alleine im Juli 2017 71.805 Deutsche geboren worden sind – also 2.316 am Tag und da kommen noch die letzten Jahrgänge dazu. Geht man davon aus, dass ein Mensch durchschnittlich 71 Jahre alt wird, wären das also 164.436 Menschen, die am selben Tag Geburtstag feiern – das sind dreimal so viele, wie am 29. Februar.

Warum aber wird so schlecht über den 29. Februar geredet?

Es heißt, Schaltjahr bringt Unheil, wenn man heiratet, hat man kein Eheglück, geborene Kinder sehen Geister oder sind von ihnen besessen, neu angepflanzte Pflanzen wachsen nicht und eine Bauernregel besagt, das Schaltjahr wird Kaltjahr. Die Franzosen meinen, dass Obstbäume nur alle vier Jahre Früchte tragen, wenn man sie im Schaltjahr pfropft. In Mexiko bringt es Unglück am 29. Februar zu arbeiten. Heiratet man am 29. Februar wird man sich laut den Griechen rasch wieder scheiden lassen und die Russen sind der Meinung, man soll einfach alles so lassen wie es ist, weil jede Veränderung im Schaltjahr schief gehen wird.

Mal ganz im Ernst. Ich habe noch nie Geister gesehen und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass ich nicht von Geistern besessen bin und die anderen Mythen auch totaler Quatsch sind.

Ich finde, am 29. Februar Geburtstag zu haben, kann sogar Vorteile haben, okay bei mir speziell nicht, aber bei anderen Schaltjahrskindern durchaus. Ich selber feier meinen Geburtstag am 1. März, wenn kein Schaltjahr ist, einfach aus dem Grund, weil meine Mutter mir immer erzählt hat, dass vorfeiern Unglück bringt – allerdings nur, weil man einen Grund braucht, den man nennen kann, wenn man gefragt wird, warum man nicht am 28. Februar feiert. Aber wenn man mal genauer drüber nachdenkt, könnte man ja sogar zwei Mal feiern: am 28. Februar und am 1. März. Und ich bin ehrlich, es gibt (fast) jedes Jahr auf’s Neue Personen, die mir schon am 28. Februar gratulieren und das ist auch vollkommen in Ordnung, mir wäre nicht aufgefallen, dass mir das jemals schon Pech gebracht hat. Cool ist aber auch, dass sich jeder meinen Geburtstag merken kann – es wissen sogar Leute meinen Geburtstag und denken daran, mir zu gratulieren, mit denen ich quasi nichts zu tun hab oder vor langer Zeit mal was zu tun hatte.
Nachteile konnte ich jedoch noch keine feststellen, ich feier meinen Geburtstag ja trotzdem jedes Jahr, wie jeder andere Mensch auch.

Wie sieht’s bei euch aus? Kennt ihr jemanden, der am 29. Februar geboren ist, oder habt sogar selber an diesem Tag Geburtstag?
Und seid ihr abergläubisch und glaubt, dass es stimmt, was über den 29. Februar gesagt wird?

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