der Musterschüler – aus Lehrersicht

der Musterschüler – aus Lehrersicht

Mal wieder eine Doppelstunde. Total anstrengend. Schon nach 30 Minuten fällt es schwer, dem Unterricht weiterhin zu folgen und es ist noch nicht einmal die Hälfte vorbei. Vor Langeweile lasse ich meinen Blick durchs Klassenzimmer schweifen und beobachte die anderen Schüler. Da gibt es natürlich diejenigen, die unter der Bank mit ihrem Handy beschäftigt sind und irgendwelche Spiele spielen oder sich auf Instagram die Zeit vertreiben. Dann sind da noch die Tagträumer und die, die wirklich schlafen. Nicht zu vergessen die Schüler, die sich unentwegt mit ihrem Sitznachbarn über dies und das unterhalten oder bei einer Runde „Tick Tack Toe“ um den Sieg kämpfen. Welche Schülerart jedoch seltener vorkommt, ist die des Musterschülers. Doch was genau definiert einen vollkommenen Schüler? Reichen gute Noten alleine schon aus, oder steckt mehr dahinter? Wir haben eine kleine Lehrerumfrage gestartet, um der Frage auf den Grund zu gehen, wie sie sich persönlich den typischen Musterschüler vorstellen:
Allen Lehrern der Umfrage ist es wichtig, dass ihre Schüler Interesse am unterrichteten Fach zeigen .Durch dieses gewisse Grundinteresse soll es dem idealen Schüler Spaß machen, sich aktiv am Unterrichtsgeschehen durch gute Mitarbeit zu beteiligen, auch wenn mal ein Thema behandelt wird, das etwas weniger interessant beziehungsweise anstrengender ist und somit die Begeisterung geringer ausfällt.
Außerdem werden gerne Schüler gesehen, die nicht immer nur brav und still in der Ecke sitzen und ihren Mund nicht aufbekommen. Die meisten Lehrer schätzen Kreativität im Bereich des Unterrichtfachs, um beispielsweise auf die Lösung einer Aufgabe zu kommen. Auch Kritisieren ist erwünscht, wenn man zu einem Thema eine andere Meinung hat. Für viele Lehrer ist es auch wichtig, dass ihre Schüler in Diskussionen einsteigen und in diesen ihren eigenen Standpunkt vertreten. Dieses motivierte Verhalten vermittelt dem Lehrer, dass man Verständnis für das Fach mitbringt, was hoch angesehen wird (s. o.).
Des Weiteren ist Fleiß unter unseren Lehrern gerne gesehen. Der „perfekte“ Schüler soll freiwillig und selbstständig lernen und seine (Haus-)Aufgaben zuversichtlich erledigen, ohne dass er dazu gezwungen wird, beispielsweise durch eine Strafarbeit oder einen Strich, wenn man nichts vorzuweisen hat. Der Schüler soll sich ausgiebig mit der gestellten Aufgabe beschäftigen und sich Gedanken über die mögliche Lösung machen. Sie zu erledigen, nur damit sie erledigt ist, ist ein No-Go. Auch wenn Fleiß hohes Ansehen hat, sollte man sich genügend Zeit für etwas anderes freihalten. Freizeit muss sein.
Welcher Punkt bei der Definition des Musterschülers von keinem Lehrer genannt wurde, ist das Muss, Einser-Schüler zu sein. Im Gegenteil, einige Lehrer gaben bekannt, dass gute Noten nichts damit zu tun haben, ob man als der „perfekte“ Schüler bezeichnet werden kann. Da sind Kennzeichen wie gute Mitarbeit, Kreativität und Interesse weitaus wichtiger.

Ich persönlich habe nicht damit gerechnet, dass gute Noten für unsere Lehrer so wenig ausschlaggebend dafür sind, ob man als Musterschüler bezeichnet werden kann. Habt ihr genauso gedacht?
Schreibts in die Kommentare!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.