Die Süße des Plastiks

Die Süße des Plastiks

„Ja! Umweltschutz!“ „Natürlich müssen wir der Umwelt helfen!“ „Für die Umwelt!“

Das sagen sie alle, aber die Frage ist doch:

Wann fangen wir endlich an?!

Es gibt so viele Möglichkeiten: Netze für Obst und Gemüse mitnehmen, keine Einwegbecher benutzen, eine Tasche zum Shoppen mitnehmen, usw. usw.

Aber was ist mit dem Plastik? Das Zeug ist überall! Vor allem in der Küche wegen der ganzen Lebensmittelverpackungen. Und jeden Monat kommt die Müllabfuhr und nimmt eine ganze Tonne mit Recyclingmüll, von dem der Großteil Plastik ist, mit.

„Aber die meisten Mehrwegflaschen sind auch aus Plastik.“ – Auch dafür gibt es eine Lösung: Es gibt Flaschen aus Metall, die Wasser im Sommer sogar viel länger kalt halten.*

Und was ist mit dem Kompost hinten im Garten? Der ist nicht einmal halb voll und in einem oder zwei Jahren ist der Bioabfall zu feinster Blumenerde kompostiert.

Aber wie soll Plastik so hergestellt werden, dass man es gedankenlos auf den Kompost oder in die Biotonne werfen kann?

Eine schwierige Aufgabe, doch der Niederländer Patrick Gerritsen hat sie gemeistert.

Der ehemaliger Linienrichter, der im Vertrieb für Plastikhersteller arbeitete, will nun das Plastik ins Abseits setzen.

Eine Lösung ist Zucker. Klingt unglaublich, ist aber wahr. Aus einer Mischung von Zucker und Milchsäure lässt sich eine geradezu perfekte Alternative herstellen, die genauso stabil und flexibel ist wie Plastik. Es enthält kein Erdöl und ist komplett kompostierbar. Auch die Anforderungen für eine Wasserdampf- und Sauerstoffbarriere erfüllt das Zuckerplastik mit links.

Patrick Gerritsen will die Umstellung auf Nachhaltigkeit so einfach wie möglich halten, weshalb für die Herstellung die gleichen Maschinen genutzt werden können und nur ein paar Änderungen vorgenommen werden müssen. Nach der Produktion gibt es keinen großen Unterschied zwischen Plastik und Bioplastik mehr, abgesehen davon, dass das eine in hundert Jahren nicht verrottet und das andere nur 12 Wochen braucht.

Und der Haken an der ganzen Sache?

Nun ja, der Haken liegt bei den Kompostieranlagen. Diese laufen in Deutschland durchschnittlich nur 8 Wochen. Da das Bioplastik aber 12 Wochen braucht, um vollständig zu kompostieren, darf es noch nicht in den Bioabfall.

Allerdings steht Bioplastik, wie wir es heute schon etwa von Biomüllbeuteln kennen, schon lange in der Kritik, da „bio“ nicht gleichzusetzen ist mit Umweltverträglichkeit. Die CO2-Bilanz ist bei konventionellem Bioplastik oftmals sogar schlechter als bei Plastik. Bei dem „Zuckerplastik“ von Patrick ist die CO2-Bilanz jedoch sogar 60% besser, als wenn Erdöl verwendet werden würde.

Und jetzt? Wir können nur hoffen, dass das „Süße Plastik“ bald auch eingeführt werden kann.

Weitere Informationen findest Du unter

https://www.zdf.de/gesellschaft/plan-b/plan-b-schluss-mit-plastik-100.html

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.