Ein Tag im Graben

Ein Tag im Graben

Erstmal aufstehen um 6 Uhr, frühstücken und Zähne putzen – der typische Alltag halt, bevor man auf´s Schlachtfeld zieht. Ja richtig, Schlachtfeld, denn der Hartmannswillerkopf war das Ziel unserer Gruppe beim Deutsch-Französischen Austausch im Elsass.

Gegen 8 Uhr ging es los. Unter Führung von Herrn Fanderl, Frau Smetana und Herrn Knittel, dem Lehrer der französischen Gruppe ging es los.

Der erste Stopp war jedoch nicht das verlassene Schlachtfeld des Ersten Weltkriegs, sondern ein elsässisches Weingut, um Wein für Familie und Freunde zu kaufen.

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von links: Her Knittel, Herr Fanderl und Frau Smtana

 

Bei der Rückkehr zum Bus bekam man gleich das beste Wetter zu spüren, welches man für einen Besuch der Schützengräben haben kann: Wie „Kanonenhagel“ schüttete es auf uns herab. Als wir dann mit dem Bus an der Gedenkstätte ankamen, fing es, nach zwischenzeitlicher Besserung, wieder an, in Strömen zu gießen, so dass wir erstmal das Museum zum Hartmannswillerkopf besuchten. Nach einer Stunde, in der wir viel über die Ereignisse an dieser Stelle während des Ersten Weltkriegs erfahren haben, ging es bei nun sonnigem Wetter weiter zur Gedenkstätte „Hartmannswillerkopf“, bestehend aus dem französischen Nationalfriedhof „Nécropole nationale du Silberloch – Hartmannswillerkopf“ und einer Krypta, wo zehntausende Soldaten ihre letzte Ruhe fanden.

 

Als wir zum Altar hinaufgingen und Richtung Gipfelkreuz blickten, verstummte die ganze Gruppe. Vor uns lag eine imposante Anlage mit hunderten, vielleicht auch tausenden Gräbern – viele mit Namen der hier gefallenen Soldaten, aber auch einige ohne Namen. Ein mulmiges Gefühl überkam uns, während wir die Gräber passierten.

 

 

 

 

 

Nachdem wir den Soldatenfriedhof durchquert hatten und den Weg durch die Schützengräben beschreiten wollten, hielt uns der französische Lehrer, der eigentlich aus Berlin stammt, an und wies uns darauf hin, auf dem Weg zu bleiben, da noch immer funktionierende Sprengkörper über das Schlachtfeld verteilt liegen und leicht hochgehen könnten.

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Instandgehaltener Einschlagkrater

 

 

Mit diesem schrecklichen Wissen gingen wir also todesmutig den ausgewiesenen Weg entlang und nicht wenige dachten sich: „Wer suchet, der findet, wer drauftritt verschwindet“.

Während unseres waghalsigen Marsches auf den Wegen und in den Gräben des ehemaligem Schlachtfelds erklärte uns Herr Knittel viel über die Grabenkämpfe und wir sahen viele Überbleibsel vom Krieg. Unter anderem fanden wir ein vergessenes Fass, teilweise  nicht verrostete Metallplatten und sehr viel Maschendrahtzaun.

 

 

 

 

 

Während wir also interessiert unseren Lehrern folgten und zuhörten, kam plötzlich dichter Nebel auf. Es fühlte sich fast so an, als ob wir tatsächlich auf einem Schlachtfeld wären, wo jederzeit ein Schuss fallen, jederzeit ein Geschoss uns treffen könnte. Besonders beklemmend war der Weg in den Gräben selbst. Man konnte sehr gut die Angst und Verzweiflung der damaligen Soldaten nachfühlen.

 

 

 

Als wir dann endlich das Gipfelkreuz erreichten, hieß es erst einmal was zu essen. Zeitgleich wurde uns auch ein Spähkasten gezeigt, in dem man fast Klaustrophobie bekam.

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Nach ca. einer halben Stunde Pause ging es dann an den schnellen Abstieg, wobei wir unter Regenbeschuss kamen.

Mit rasendem Tempo rannten wir den Touristenweg hinab, so schnell es ging zum Bus. Völlig durchnässt vom Regen und so ziemlich fertig stiegen wir in den Bus und es ging dann zurück nach Colmar, wo wir den Rest des Tages mit unseren Austauschpartnern verbrachten.

 

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