Eine Pauli mit…Frau Kirschner

Wir haben ja schon einen Artikel über „Musterschüler“ veröffentlicht. Dafür haben wir natürlich ein paar unserer Lehrer befragt, unter ihnen auch Frau Kirschner. Da Frau Kirschner uns mit ihrer Antwort so sehr begeistert hat, haben wir Ihr einen eigenen Artikel gewidmet, in welchem sie ihre Meinung zum Thema „Wie sieht der typische Musterschüler aus?“ preisgibt:

Das Wort selbst ist schon eigenartig, als gäbe es ein „Muster“, d.h. eine Vorlage für Schüler, so wie ein idealer Schüler sein sollte, um dann andere nach dieser Vorlage nachzubilden. So wie es Musterschnittbögen gibt, nach denen man sich ein Kleidungsstück schneidern kann.

So gesehen, kann ich mit dem Begriff „Musterschüler“ überhaupt nichts anfangen. Was ich mir manchmal wünsche, sind Haltungen bei Schülern, die für mich die schulische Arbeit bereichern und für die ich mir eine Schule wünsche, die diese Eigenschaften unterstützt:

1. Werde das Original, das jetzt schon in Dir steckt. Schule ist für mich eine Zeit, wo Schüler im Kontakt mit Klassenkameraden und Lehrern ihre Persönlichkeit entwickeln können. Durch dieses Zusammensein kann ich mein Eigenes entdecken und entfalten. In einer Klasse scheinen alle das Gleiche zu tun, aber in Wirklichkeit nur scheinbar: Wir begreifen sehr individuell, wir haben die unterschiedlichsten Voraussetzungen. Das gilt es irgendwann einmal zu erkennen, zu akzeptieren und damit leben zu lernen. Wer bin ich unter den mir gegebenen Bedingungen meines Lebens? Das ist für mich eine dauerhaft wichtige Frage.

2. Sei mutig, geh ein Risiko ein – Es ist ein sicherer Weg, um sich weiter zu entwickeln. Einer meiner Lieblingssprüche ist immer noch: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ Ich schätze diese Grundhaltung, etwas auszuprobieren, ohne dass der Erfolg schon gesichert ist. Mut, sich auf das Risiko von Fehlern einzulassen – manchmal sogar wider besseres Wissen, denn nur dann kann auch Neues entstehen. Natürlich ist es wunderbar, wenn ich was wagte und es ist geglückt. Doch ebenso spannend ist der Umgang mit meinen Niederlagen. Die wenigsten enden ja tödlich, die meisten geben mir die Gelegenheit nach einer kurzen Phase des Schmerzes, staunend festzustellen, dass gerade dies mich weitergebracht hat.

3. Papst Johannes XXIII. wird der Satz „Johannes, nimm Dich nicht so wichtig“ zugeschrieben. Wie ich finde, eine tolle Einstellung. Vieles hängt eben nicht von mir alleine ab. Ein Stück Gelassenheit im Alltag ist so wohltuend für mich und alle um mich herum. Wie viel unnötige Aufgeregtheit prägt unser Leben, wie sehr kann man sich über Kleinigkeiten ereifern (Lehrer, Schulaufgaben, Mitschüler, …) und seltsamerweise die wirklich großen wichtigen Dinge dahinter verschwinden lassen. Ich bin nicht der Nabel der Welt. Zu meinem Geburtstag bekam ich eine Tafel Schokolade mit der Aufschrift geschenkt: „Ich bin nicht perfekt und ich arbeite auch nicht daran.“

Wenn ich solchen Menschen (seien es Schüler oder anderen Spezies) begegne, freue ich mich, denn das sind Entwürfe (Muster), die mich bereichern und inspirieren!

Meiner Meinung nach sind Frau Kirschners Ansichten sehr wichtig und wir sollten sie uns zu Herzen nehmen. In einer Klassengemeinschaft haben wir die Möglichkeit, zu wachsen und unsere Persönlichkeit zu entfalten, und diese Chance sollten wir wahrnehmen. Auf diesem Weg machen wir auch Fehler, doch genau diese bringen uns oft weiter.
Also vielen lieben Dank Frau Kirschner, dass Sie sich so viel Mühe gegeben haben und dass Sie ihre Ansichten mit uns geteilt haben!


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