Friday for Future, der neue Gaudiwurm in Landsberg – ein Kommentar

Friday for Future, der neue Gaudiwurm in Landsberg – ein Kommentar

Es stimmt, der Fasching ist heuer sehr spät und es stimmt auch: Es ist schade, dass die Schüler überwiegend am Lumpigen Donnerstag nicht mehr mitlaufen können oder wollen.

Friday for Future ist somit wirklich aus Schülersicht eine gute Alternative: Wie am LumpiDo kann man während der Schulzeit ein wenig durch die Altstadt spazieren, doch nun fällt das nervige Kostüm weg, und auch die Lehrer, die zur guten Laune animierten, sind auch in der Schule geblieben.

War das am letzten Freitag denn mehr als ein wenig Kinderfasching? War´s mehr als ein lustiges Event? Wirklich? Ich bin da noch mehr als skeptisch!

Leicht ist es, mehr oder minder erlaubt während der Schulzeit mal durch Landsberg zu laufen, und ein paar Sprüche zu krakelen. Schwer wird es dann, die Ideen im Alltag umzusetzen: Nicht nur als Forderung an die Politik, sondern dann doch auch im eigenen Leben.

Keine Angst, liebe Jugendlichen, ihr seid nicht allein: Tausende Bayern tragen sich gerade in Listen ein, um ihre Unterstützung für das Bürgerbegehren „Rettet die Bienen“ zu zeigen, ohne dass allein dadurch viel erreicht ist.

Schnell mal demonstrieren – schnell mal ins Rathaus, um sein Kreuzchen zu machen: So einfach kann Umwelt- und Klimaschutz sein! Ach, wenn es doch so einfach wäre, würde ich sofort durch das Schulhaus rennen, um Lehrer und Schüler zu überzeugen, ihren Einsatz für die Umwelt auf der Demo zu zeigen.

Doch: Umweltschutz zeigt sich da, wo´s anstrengend wird und auch ein wenig weh tut, im Alltag bei so vielen Entscheidungen: Fahrrad fahren oder Mamitaxi? Fleisch essen oder doch mal verzichten? Einkaufen bei der Modefiliale am Hauptplatz oder doch im SecondHandLaden?

Und denken wir doch noch größer: Urlaub im bayrischen Wald oder die Flugreise über Allerheiligen? Essen am Buffett oder doch dankend ablehnen? Oder auf die Schule bezogen: Aus Umweltgründen Verzicht aufs Skilager auf beschneiten Pisten und keine Flug- und Busfahrten nach Spanien, Berlin, England und Frankreich und stattdessen lieber doch Holzklasse bei der Deutschen Bahn?

Vielleicht ein wenig viel verlangt: Doch sich tagtäglich bewusst sein, dass es auf mich selbst ankommt, was mit Klima und Umwelt passiert, wäre der erste Schritt.

Wo sind denn die Mitglieder, die sich am IKG in der Freizeit in der AG „Eine Welt“ engagieren wollen? Gibt es überhaupt eine AG „Umwelt“ am IKG? Sind solche Fragen wie Mülltrennung und Ressourceneinsparung wirklich Themen, die IKG-Schüler interessieren?

Stellen wir es unter Beweis: Demonstrieren wir, aber nicht (nur) durch einen Spaziergang durch die Altstadt, sondern durch unser Handeln Tag für Tag an der Schule. Wäre da eine aktive AG „Umwelt“ nicht ein erster Schritt? Wäre da eine Klassleiterstunde nicht auch einmal ein Thema, in der man diskutiert, wie man als Klasse etwas für die Umwelt tun kann?

Wenn dies gelingt, dann war der „Friday for future“ kein reiner Kinderfasching, sondern der Startpunkt für etwas wirklich Großes: Für den tagtäglichen Umweltschutz, der aber nur wenige Schlagzeilen macht…!

-olli–

Du hast auch eine Meinung zum Friday for Future? Schreib uns, kommentiere uns oder lass uns Deine Meinung zukommen, wir sind gespannt! Zusammen mit einem ersten Kommentar, der uns erreicht hat, veröffentlichen wir diese gerne in den nächsten Tagen.

2 Gedanken zu „Friday for Future, der neue Gaudiwurm in Landsberg – ein Kommentar

  1. Ich finde, dass die Demo eine Gute Aktion war. Klar es gibt immer ein paar Leute die einfach nur mitlaufen um nicht in den Unterricht zu müssen. Aber meiner Meinung nach sollte man sich wirklich mal Gedanken über dieses Thema machen. Ich mein das ist unsere Zukunft!. Und die Demo war schonmal ein Guter Anfang. Natürlich bewirkt dass nicht sofort was, aber man sollte weiter für die Erhaltung unserer Umwelt und unserer Erde kämpfen. Also setzt euch dafür ein und zeigt auch denen die die Augen vor der Wahrheit verschließen dass etwas für unsere Umwelt getan werden muss.

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  2. Da gebe ich Dir voll und ganz recht! Aber die Gefahr bleibt doch bestehen, dass der Anfang lediglich ein Anfang bleibt. Werden sich wirklich genügend Schüler finden, die aktiv sich für die Umwelt einbringen, indem sie mehr tun, als in der Altstadt mit Kartonagen spazieren zu gehen? Ich würde so gerne daran glauben, dass es so ist…

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