Kinder, die nie erwachsen werden

Kinder, die nie erwachsen werden

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In Bad Grönenbach, südlich von Memmingen, steht eins von 16 deutschen Kinderhospizen. Hier werden Kinder betreut, die unheilbar lebendsverkürzend erkrankt sind. Herr Frey, der ehrenamtlich im Kinderhospiz St. Nikolaus tätig ist, hat dieses den 10. Klassen vorgestellt.

Im Gegensatz zu einem Hospiz für Erwachsene, welches eher ein Haus zum Sterben ist, geht es im Kinderhospiz darum, den Kindern und ihren Familien eine Verschnaufpause und die Gelegenheit, ihre Akkus wieder auf zu laden, zu geben.

Im Kinderhospiz St. Nikolaus ist Platz für acht Kinder, deren Eltern und Geschwister. Vor zwölf Jahren wurde es in einer modernen Wohnsiedlung eröffnet. Dies lief allerdings nicht ohne Probleme ab: Nachbarn hatten gegen das Hospiz geklagt. Sie sagten: „Ein Hospiz ist ja eine schöne Sache, aber bitte nicht hier, wir wollen nichts mit Tod und Sterben zu tun haben.“ Laut Herr Frey ist das ein großes Problem, gegen das er und seine Kollegen ankämpfen. Niemand will sich mit diesen unschönen Themen auseinandersetzen, sie werden verdrängt. Doch früher oder später holen einen die Themen zwangsläufig ein.

Im Hospiz werden zwar sterbenskranke Kinder betreut, jedoch steht hier das Leben im Vordergrund. Es geht darum, die verbleibende Zeit möglichst gut zu nutzen. Den Familien die Möglichkeit geben, ohne Alltagsstress Zeit miteinander zu verbringen und den Kindern die verbleibende Lebenszeit möglichst schön zu machen. Jedoch geht es auch darum, dass die Eltern Zeit haben, sich um sich selbst oder um Geschwisterkinder zu kümmern. Gerade die leiden auch oft unter der Situation: die Eltern nehmen sich viel weniger Zeit für sie als für die kranken Geschwister, dadurch entsteht oft Neid. Hinzu kommt bei genetisch bedingten Krankheiten häufig die Angst, selbst auch krank zu sein. In 70% der Familien führt die Diagnose und Betreuung leider zu Scheidungen.

Das Kinderhospiz St. Nikolaus nimmt Kinder bis 18 Jahre auf, der Altersdurchschnitt liegt circa bei zehn Jahren. Es betreut von der Diagnose über die Krankheitszeit bis zum Tod und die Familien auch während der Trauer. Über 500 Familien hat das Hospiz schon begleitet. Sicherlich nicht wenige, aber im Vergleich zu den 23.000 Kindern, die auf einen Platz warten, ist es dann doch nur ein Bruchteil.

Jeder über 18 Jahren kann freiwillig in einem Kinderhospiz mithelfen, die Ausbildung zum ehrenamtlichen Helfer dauert zwei Jahre. Wolfgang Frey ist seit acht Jahren ehrenamtlich im Kinderhospiz tätig. Er erzählt, wie ihn selbst diese Arbeit verändert hat: „Ich lebe jetzt viel bewusster und versuche, jeden Augenblick zu genießen.“

Ich denke, Kinderhospize sind eine sehr wichtige und gute Sache. Schreibt doch mal Eure Meinung.

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