Ms Dockville 2017

Ms Dockville 2017

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Im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg findet jedes Jahr im August das Musik- und Kunstfestival Ms Dockville statt. Die Veranstaltung ist hier im Süden leider eher unbekannt, deswegen versuche ich mit dem Festivalrückblick, meine positiven Erfahrungen ein bisschen zu verbreiten und hoffentlich bei Euch Interesse zu wecken.
Ich selbst habe letztes Jahr zum ersten Mal von dem Festival gehört, da mich eine Freundin wegen des tollen Line-ups darauf aufmerksam gemacht hat. Kurz nachdem ich mir dann selbst ein Bild von der Homepage und dem Line-up des Festivals gemacht hatte, war für mich eigentlich klar, dass ich dahin muss. Neben vielen bekannten nationalen Acts wie Annenmaykantereit und Von Wegen Lisbeth, sollten auch große internationale Künstler wie Flume, Mura Masa und Oh Wonder auftreten und das Ganze auch noch im wunderschönen Hamburg!
Schnell fingen wir an, einige unserer Freunde für die Reise zu motivieren, da wir schon relativ spät dran waren und die Tickets eigentlich jedes Jahr ausverkauft sind. Die Ticketpreise sind meiner Meinung nach in Ordnung: Wenn man keine Frühbucherkarte mehr abbekommt, zahlt man 140 Euro für drei Tage inklusive Camping. Allerdings müsst ihr natürlich die Anreise mit einrechnen…Wir haben uns mit zwei Autos auf den Weg gemacht, was in dem Fall auch das günstigste Verkehrsmittel ist, wenn man sich den Sprit teilt. Da wir allerdings 10 Leute waren und neben dem ganzen Gepäck nicht 5 Personen in jedes Auto passten, mussten zwei von uns fliegen. Die Flüge haben dann eben nochmal um die 100 Euro gekostet, was aber auch nur daran lang, dass wir so spät gebucht haben – normalerweise bekommt man solche Kurzstreckenflüge auch deutlich günstiger.
Naja, in Wilhelmsburg angekommen, ging es dann erst mal etwas chaotisch los, da man in dem kompletten Stadtteil gefühlt nirgends parken konnte – zumindest nicht in angenehmer Entfernung zum Gelände. Es gab eine sogenannte Drop-Off Zone, an der uns ein Freund mit dem Gepäck raus geworfen und dann versucht hat, einen Parkplatz zu finden, wobei er wirklich vor eine kleine Herausforderung gestellt wurde. Der Parkplatz war dann letztendlich zu Fuß ca. 45 Minuten entfernt, was ein bisschen nervig für die Person war, die dann die ganze Zeit hin und herlaufen musste…wobei man das Auto im Prinzip auch nur am Anfang und Ende des Festivals braucht. Also haben wir uns nicht weiter darüber aufgeregt.
Die negative Aufregung kam dann erst so richtig, als wir unser komplettes Gepäck von der Drop-Off Zone zum Campingplatz tragen mussten, was ca. eine halbe Stunde beanspruchte und ebenfalls eine Herausforderung darstellte, da alle Wege auf dem Campingplatz zu dem Zeitpunkt schon völlig matschig waren und man mit dem Bollerwagen oder ähnlichen Transportmitteln keine Chance hatte voran zu kommen.
Ja… das Wetter in Hamburg ist natürlich so eine Sache, denn noch während wir unser Gepäck zum Platz hievten, kam der erste Regenschauer vom Himmel. Unsere Zelte standen zum Glück, bevor der der Platzregen ausbrach. Allerdings war von Anfang an trotzdem alles matschig, nass und kalt und unsere Laune dementsprechend gedämpft, als wir versuchten uns zu zehnt unter einem halb aufgebauten Pavillon vor dem Unwetter zu schützen.

…Das klingt ja bis jetzt alles nicht so einladend, aber ich habe absichtlich mal mit den negativen Seiten des Festivals angefangen, denn im Vergleich zu den positiven sind die gar nicht mehr so schlimm.
Nachdem sich der Regen gelegt hatte, gingen wir rüber zum Festivalgelände, durch dessen Anblick sich unsere schlechte Laune schnell in Luft auflöste. Neben der Musik gibt es auf dem Dockville noch eine sehr schöne Kunstausstellung (Artville), die man entweder alleine oder innerhalb einer Führung bewundern kann. Abgesehen davon sind auch sonst überall wunderschöne, bunte Kunstwerke aufgebaut, welche den grauen Himmel total in den Schatten stellen. Außerdem gibt es sehr viele ausgefallene Essensstände – von fleischhaltig über vegan, vegetarisch etc. – und verschiedene Bereiche wie zum Beispiel ein kleines Waldstück, eine große Holztribüne oder mehrere „Disko-Scheunen“, in denen unterschiedliche Musik gespielt wird.
Das Gelände ist riesig, deshalb hatten wir am ersten Tag noch lange nicht alles gesehen und konnten jeden Tag noch neue Stände und Kunstwerke entdecken.
Auf dem Campingplatz waren wir positiv überrascht, wie entspannt und ruhig die Leute waren. Normalerweise gibt es immer irgendjemanden, der die ganze Nacht laute nervige Musik anmacht ( das gehört auch eigentlich zum Festival dazu, aber man kann auch mal ganz gut ohne leben) und auch sonst gab es keine Unruhen oder ähnliches. Alle Menschen, zumindest die, mit denen wir Kontakt hatten, waren extrem freundlich.
Zur Musik lässt sich gar nicht mehr soviel sagen, außer, dass wir alle schwer begeistert waren und dass das Lineup jede Erwartung erfüllt hat. Vor allem der Auftritt von Flume auf der großen Hauptbühne war ziemlich beeindruckend. Im Dunkeln werden die Schiffscontainer auf dem Wasser, welche sich direkt neben der Bühne befinden, mit bunten Gemälden bestrahlt, was der ganzen Kulisse einen noch schöneren Anstrich verleiht. Neben den bekannten Acts habe ich aber auch viele bis jetzt unbekannte tolle Bands entdeckt.
Insgesamt lässt sich sagen, dass wir trotz des schlechten Wetters ein mega tolles Festival erlebt haben und alle beseelt nachhause gefahren sind…

Meine Karte für dieses Jahr habe ich schon und ich hoffe, dass ich mit meinem kleinen Erfahrungsbericht und den Bildern ein paar Leute animieren kann, sich auch eine Karte zu kaufen. 🙂

 

Ein Gedanke zu „Ms Dockville 2017

  1. Dein Bericht würde meine Lust schon wecken, mein Alter könnte mich nicht stören, ja wenn nicht …

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