Sapperlott, jetzt hör aber auf mit diesem Brimborium! – Und jetzt nochmal auf Deutsch?

Was?… Brimbo…hää

Habt ihr diese Wörter schon einmal gehört? – Nein?
Ich auch nicht.

Da habe ich mich mal ein bisschen mit unserer deutschen Sprache befasst und muss sagen, ich bin echt enttäuscht! Vor allem, wenn junge Leute im Schulgang an mir vorbei laufen und ich sie dann sagen höre: „Boa Digga hast du schon gesehen? Isch hab neues Pic auf Instagrääm. Nice odaa?“
Jedes Mal denke ich mir: Wahnsinn, was ist bitte aus unserer Sprache geworden?
Es gibt so witzige und vor allem skurile deutsche Wörter, die heute für die meisten jungen Leute wahrscheinlich wie eine Fremdsprache klingen, da sie einfach nicht mehr benutzt werden und aussterben. Und genau solche „Vintage- Wörter“ möchte ich euch heute vorstellen und ein bisschen daran erinnern was für eine wunderschöne Sprache DEUTSCH sein kann.

1. „karriolen“
Als ich dieses Wort gelesen habe, dachte ich irgendwie an Jaulen oder Grölen oder eine Art zu Singen…. aber nein es bedeutet eigentlich „unsinnig herumfahren“ und stammt von dem alten deutschen Wort „Karriole“ = vierrädriger Wagen

2. „fulminant“
Ich finde dieses Wort hört sich richtig niedlich an. Es heißt sowas wie „ausgezeichnet“, „glänzend“, „großartig“. Ich stelle mir dabei immer so eine kleine moppelige Frau vor, die etwas ganz besonders toll findet und dann freudestrahlend „Ach, wie fulminant!“ ruft.

3. „Schäferstündchen“
Vielleicht kennen es ein paar ja noch, das gute alte Schäferstündchen. Nein, es hat nichts mit Schafen oder Schlafen zu tun. Ganz im Gegenteil, hierbei geht es um ein „heimliches zusammen sein von Verliebten, bei dem Zärtlichkeiten ausgetauscht werden“ oder ganz banal gesagt: „Ausübung von Geschlechtsverkehr“.

4. „picheln“
Also ich finde „picheln“ klingt mehr so nach…. ehrlich gesagt „pinkeln“ oder so etwas, oder nicht?
Aber es bedeutet nichts in die Richtung sondern hat mehr etwas mit dem „Pegel“ zu tun. Es kommt nämlich von dem deutschen Wort „pegeln“ ( ursprünglich wurde dieses Wort verwendet, beim Messen vom Wasserpegel, aber na ja man hat eben eine ähnliche Methode verwendet, um alkoholische Flüssigkeiten zu messen und so ist uns das Wort „Alkoholpegel“ geblieben und es entstand das Wort „picheln“)
Das heißt also unterm Strich: picheln bedeutet „über eine längere Zeit Alkohol trinken“
Und jetzt stellt euch mal vor ihr könnt ab jetzt zu euren Freunden sagen „Jo, geh ma heut` in `ner Bar `ne Runde Picheln?“

5. „StellDichEIn“
Wenn wir schon beim Schäferstündchen und Alkohol sind. Ein „StellDichEin“ bedeutet nämlich „verabredetes heimliches Treffen von zwei Verliebten“ oder „Rendezvous“

6. „Schabernack“
Diejenigen von euch, die noch die Hörspiele von Pumuckl als Kind gehört haben, kennen dieses Wort wahrscheinlich. Für die unter euch, die leider Gottes ohne Pumuckl aufwachsen mussten: Ein Schabernack ist ein übermutiger Streich

7. „Fisimatenten“
Bedeutet: etwas, was unnötigerweise etwas anderes behindert oder verzögert
Der Hintergrund dieses Wortes ist finde ich mit Abstand einer der lustigsten.
Dazu ein bisschen Geschichte:
Zu Zeiten Napoleons luden die französischen Soldaten gerne am Abend deutsche Mädchen zu ihnen in Zelt ein: „Visitez ma tente!“ = „Besuchen Sie mein Zelt!“
Aber die Eltern der Mädchen waren natürlich nicht dumm, daher rufen sie ihren Töchtern jeden Abend bevor sie ausgingen nach: „Aber keine visitez-ma-tente!“. Und wie wir alle wissen, sobald so ein gebürtiger Deutscher eine Fremdsprache spricht, kommt einfach dieser fürchterliche typisch deutsche Akzent mit rein. Und so klang es nach „visiteematent“ und daraus wurde schließlich der Ausdruck „Keine Fisimatenten!“
Jetzt wissen wir auch warum Napoleon letztendlich verloren hat.

Wie ihr seht gibt es so viele schöne, witzige und ausgefallene deutsche Wörter, die wir leider nicht mehr benutzen. Aber vielleicht erzählt ihr ja euren Eltern oder eurem Deutschlehrer in der nächsten Stunde davon und könnt so dem Aussterben der Wörter entgegen wirken (und auch noch dazu einen guten Eindruck bei euren Lehrern hinterlassen…).

Übrigens, die Überschrift bedeutet – um es mit den Worten von heute zu sagen: „Oh man, jetzt hör halt auf mit dem Scheiß!“

Falls ihr auf mehr „Vintage- Wörter“ neugierig seid, besorgt euch das Buch „Luftikus und Tausendsassa“ von Katharina Mahrenholtz und Dawn Parish, darin könnt ihr 100 ausgestorbene Wörter und deren Ursprung nachlesen.

Und vielleicht kennt ihr ja selbst auch ein paar solcher Wörter. Wenn ja, schreibt sie in die Kommentare!


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