Wie viel hast du schon verpasst?

Wie viel hast du schon verpasst?

Wir alle verbringen jede freie Minute mit ein und demselben Gegenstand. Das Handy, unser treuer Begleiter und Zeitvertreib im Alltag. Mittlerweile besitzen wir es nicht mehr nur, um Telefonate führen zu können, sondern auch, weil es fester Bestandteil unseres Lebens geworden ist.
Der Tag beginnt mit dem immer wieder gleichen, äußerst angenehmen Klingelton, der so lange in den Ohren dröhnt, bis wir genug Kraft verspüren, den Arm in Bewegung zu setzen, um kurz eine kleine Stelle des Touch-Displays zu berühren, sodass endlich wieder die ersehnte Ruhe einkehrt. Doch das Handy wird nicht weggelegt, denn jetzt müssen erst einmal alle sozialen Netzwerke durchgecheckt werden, um zu sehen, was alles in der Zeit verpasst wurde.
Wieder auf dem neuesten Stand geht es ab zum Frühstück. Während ich die letzten wichtigen Nachrichten beantworte und irgendetwas, ein von meinen Eltern gestrichenes Brot in mich hineinstopfe, geht es auch schon im täglichen Morgensprint zur Bushaltestelle. Auf meinem Sitzplatz angekommen, ziehe ich erneut mein Handy aus der Tasche, um meine Lieblingsplaylist abzuspielen. Ein Blick auf den Klassenchat lässt mich aufschrecken, denn er erinnert mich, dass ich mir dringend noch Physik anschauen sollte. Selbstverständlich schickt ein freundlicher Mitschüler sofort den Stoff der letzten Stunde in die Gruppe, sodass ich noch Zeit habe, mir den gut verständlichen Eintrag anzusehen, in der Hoffnung, nicht abgefragt zu werden. Glück gehabt. Diesmal wurde ich verschont und nutze diese Zeit gleich mal mit „Quizduell“, um wenigstens hier mit meinem Grundwissen punkten zu können. Doch das leider nicht lange, denn schon bald gelangt es in die Hände meines Lehrers.
Am Ende des Schultags landet es dann doch zu seinem ursprünglichen Besitzer zurück, der sehr froh ist, wieder den Anschluss zur digitalen Welt zu haben. Nach dem Mittagessen wird nun die aktuelle Serie weitergeschaut. Nach mehreren Stunden ist das schlechte Gewissen aber dann doch groß genug, um mich an meinen Schreibtisch zu zwingen. Es geht jedoch nur langsam voran, denn alle paar Minuten macht es ein lautes: „Bing“ und der Blick wandert auf den hell erleuchteten Bildschirm. Nach einiger Zeit ist es dann so spät, dass ich nur noch vor Müdigkeit ins Bett falle. Erneut öffne ich Snapchat, Instagram und alle weiteren überlebensnotwenigen Apps. Schon wieder eine Stunde danach, greife ich endlich zum Lichtschalter, sodass es dunkel ist und in der Erwartung, dass ich direkt einschlafen kann. Allerdings ist dem nicht so und ich frage mich, wozu das Ganze. Jeden Tag bin ich müde, kann mich nicht konzentrieren und schlafe alles andere als gut. Es scheint ein ewiger Kreislauf zu sein, aus dem man nicht ausbrechen kann. Doch kannst du es tatsächlich nicht oder willst du nur nicht? Wir können unsere Zeit am Handy auf ein Minimum reduzieren und die restliche sinnvoll nutzen, indem wir unsere Aufmerksamkeit unseren Mitmenschen schenken oder mit Freunden etwas unternehmen, anstatt am Handy mit ihnen zu chatten. Wie wäre es, wenn du es auch einmal versuchst? Schon morgen kannst du anfangen, indem du deinen Tag anders startest, wie hier beschrieben.

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