Zwei Inseln, zwei Welten

Zwei Inseln, zwei Welten

Urlaub auf Irland und Urlaub auf Bali. Zwei Inseln, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Wie verschieden der Tagesablauf und die Umgebung tatsächlich ist, zeigen wir dir in unserem kleinen Reisebericht über unsere interessantesten Erlebnisse.

9:00 Uhr

Ich schlug meine Augen auf und hörte Stille. Nachdem ich mich in meinem Bett aufgerichtet hatte, wanderte mein Blick durch das liebevoll eingerichtete Zimmer. Ich schlüpfte in eine Jeans, streifte mir ein T-Shirt über und ging in den kleinen Frühstücksraum vorbei an einem Fenster, durch das ich einen wolkenbedeckten Himmel und die grüne Hügellandschaft sah, in der das Bed and Breakfast lag. Heute bestellte ich ein Full Irish Breakfast bestehend aus Würstchen, Spiegelei, Bacon, Bohnen und Toast. Während ich an meinem schwarzen Tee nippte, lauschte ich der leisen irischen Musik im Hintergrund. Als die Besitzerin des Hauses dann an den Tisch kam und abräumte, wechselten wir noch ein paar nette Worte miteinander.

Ich schlug meine Augen auf und hörte das Summen der Klimaanlage vermischt mit dem Meeresrauschen. Nachdem ich mich in meinem Bett aufgerichtet hatte, schob ich das Moskitonetz beiseite und das erste, was mir ins Auge fiel, war das strahlende Blau des Indischen Ozeans. Ich schlüpfte in einen Bikini, streifte mir ein Strandkleid über und ging mit meinen Flip-Flops zu der kleinen Hütte, in der ich aus einem unglaublichen Angebot von ganzen drei Gerichten mein Frühstück wählte. Heute entschied ich mich für die Pancakes, da ich die letzten Tage schon damit verbracht hatte, alle möglichen Eiervariationen zu probieren. Die Angestellten waren alle super freundlich und aufgeschlossen.

07F055C1-B6B2-4E9F-8CDD-DABF97AA1D96

 

11:00 Uhr

Mit meinen Wanderschuhen an den Füßen und der Kamera um den Hals befand ich mich auf dem Weg zur bekanntesten Steilküste Irlands, den Cliffs of Moher. Keinen Meter von dem 200 m hohen Abgrund entfernt lief ich entlang eines zunächst befestigten Pfads mit Geländer, später dann ohne jegliche Barriere, die mich von einem Sturz in den Ozean trennte. An den massiven Klippen, die aus dem Meer herausragten, brach sich das Wasser in tosenden Wellen. Und auch wenn es irgendwie verlockend war, zu nah traute ich mich dann doch nicht an das Felsende, denn ich hatte das Gefühl, dass mich die starken Windböen in die Tiefe wehen könnten. Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft entdeckten wir dann eine Landschaft, die sich nicht deutlicher von den grünen Wiesen und Bäumen hätte unterscheiden können. Wie aus dem Nichts ragte ein riesiges Steingebilde, das an eine Mondlandschaft erinnerte, aus dem Boden empor. Beinahe außerirdisch wirkten die seltsam aufeinander gestapelten Gesteinsschichten. So plötzlich wie sie in meinem Sichtfeld aufgetaucht waren, verschwanden sie dann auch wieder und vor mir erstreckte sich erneut die immergrüne Insel. Den restlichen Tag verbrachte ich dann damit, in einer prachtvollen Gartenanlage eines alten Anwesens zu spazieren und entdeckte dabei unter anderem einen Tierfriedhof und einen kleinen japanischen Garten.

IMG_1604

IMG_1587

 

Mit meinen Flossen und der Badetasche in der Hand befand ich mich auf dem Weg in die nächste Bucht, die uns ein Angestellter beim Frühstück empfohlen hatte. Keine 30 Minuten später trieb ich mit meiner Taucherbrille auf der Wasseroberfläche und starrte fasziniert auf das Farbenspektakel der zahlreichen Korallen unter mir. Wäre da nicht der Schnorchel und so viel Wasser um mich herum gewesen, wäre mir glatt der Mund offen stehen geblieben. Um mich herum schwammen Schwärme von Fischen in allen Farben des Regenbogens und als ich mich auch in etwas tiefere Gewässer traute, bot sich mir der friedlichste Anblick, den ich je in meinem Leben hatte. Eine grüne Meeresschildkröte befand sich direkt unter mir und ich beobachtete gespannt, wie sie ihre Kreise zog. Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft wählte ich den Weg über die Klippen und sah plötzlich, wie eine Flosse aus dem Wasser auftauchte. Bei genauerem Hinsehen erkannte ich, dass sich gleich eine ganze Gruppe von Haien im Ozean tummelte. Circa 20 Tieren konnte ich auf ihrer Jagd im seichten Wasser zusehen. Gut, dass uns gesagt wurde, es gäbe keine Haie auf Bali und schön, dass ich keine 15 Meter weiter gebadet hatte. Aber trotzdem ein unvergessliches Erlebnis. Den restlichen Tag verbrachte ich dann an dem schwarzen Sandstrand direkt vor unserem Bungalow.

F2DEA50D-E1E5-4682-B4C5-ED9F6302D0F1

 

19:00 Uhr

Nicht wirklich frisch geduscht lief ich in Richtung unseres Mietwagens. Gemeinsam mit meiner Mutter am Steuer auf der rechten Seite, begab ich mich auf die abenteuerlichen Straßen Irlands auf der Suche nach einem Restaurant. Abenteuerlich vor allem deshalb, weil der Großteil der Wege, auf denen man sich fortbewegte, gerade Mal für das eigene Fahrzeug reichte. Gegenverkehr war da natürlich unerwünscht, aber leider trotzdem kaum zu vermeiden. Da wurde es dann teilweise eben etwas eng. Nicht zu vergessen ist natürlich auch der Linksverkehr, dank dem wir beim Abbiegen einmal beinahe in den Gegenverkehr gerast wären. Zu allem Überfluss wurde mir dann der ehrenvolle Job des Navigators aufs Auge gedrückt. Auf die Frage, wo wir im Moment seien und vor allem wo denn jetzt der nächste Ort zum Essen wäre, hatte ich selten eine Antwort. Nach einer gefühlten Ewigkeit erblickten wir dann jedoch das Schild eines Restaurants, unsere Rettung. Ohne zu zögern parkten wir vor dem großen Steinhaus und betraten den Empfangsbereich. Die Ernüchterung kam ziemlich schnell, denn wie sich herausstellte, hielten wir den Dresscode mit unseren Wanderschuhen eher weniger ein. Überall Männer in Anzügen, Frauen in schicken Kleidern und eine Speisekarte ohne Preisangabe. Da war es dann auch nicht sonderlich überraschend, als wir für den kleinen Haufen an Essen und das Glas Wasser über 50 € zahlen durften. In den kommenden Tagen war deshalb MC Donalds das Restaurant unserer Wahl.

IMG_1433

 

Frisch geduscht lief ich wieder zu der kleinen Essenshütte, um zu Abend zu essen. Mein Lieblingsgericht, das ich seit gefühlt einer Woche aß, war Mie Goreng, gebratene Nudeln mit Gemüse und mal wieder Ei. Gemütlich saß ich mit meiner Familie am Tisch und ließ es mir schmecken, bis etwas passierte, was mir für immer im Gedächtnis bleiben würde. Komplett unerwartet fing der ganze Boden an zu beben. Die Gläser auf dem Tisch begannen zu zittern, das Wasser in ihnen schwappte über und die Lampen schwankten hin und her. Im nächsten Moment ging alles ganz schnell. Die Leute sprangen von ihren Stühlen auf und der Kellner schrie „Earthquake!“ (Erdbeben), bevor er aus der Hütte auf freie Fläche rannte. Instinktiv und ohne irgendeinen Gedanken in meinem Kopf folgte ich seinem Beispiel, alles kam mir irreal vor. Nach ein paar Minuten war alles wieder ruhig, ganz so als wäre nie etwas passiert. Nur der Schock erinnerte mich noch daran, was geschehen war. Als ich schon dachte, es wäre vorbei, beobachtete ich, wie der Kellner auf einmal Richtung Meer lief, um zu schauen, ob es sich zurückzog. Gott sei Dank bewahrheiteten sich die Befürchtungen des Angestellten nicht und ein Tsunami blieb aus. Wie sich herausstellte, kam das Erdbeben von der benachbarten Insel Lombok, doch auch Bali war betroffen. So stürzten die Häuser der Angestellten an diesem Abend ein. Und auch an unserer Anlage entstanden einige Schäden, weshalb es zu gefährlich war, im Haus zu schlafen und ich auf einer Liege am Pool übernachten musste. Es folgten noch circa fünf kleinere Erdbeben und ich kann sagen, es war die schlimmste Nacht meines Lebens. Jedoch bin ich dankbar, dass mir und meiner Familie im Gegensatz zu den Menschen auf Lombok nichts passierte.

60BA4748-058F-4814-B087-1C12C595FEBB

__________

Fortsetzung folgt…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.